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Beiträge zur Eickener Pfarrgeschichte - St. Elisabeth - Nr. 3 - Pfarrerhebung


Zur Eickener Pfarrgeschichte

12. Juli 1953:

Feier zur Pfarrerhebung von St. Elisabeth

von Karl-Heinz Thifessen

 

In der Pfarrchronik von St. Elisabeth ist das Jahr 1953 besonders hervorgehoben. Mit berechtigtem Stolz schreibt Karl Hülser, der damalige Chronist und Lehrer an der Schule in Untereicken: »1953 ist für die Gemeinde St. Elisabeth das ereignisreichste Jahr nach der Errichtung des Rektorates im Jahre 1934. «


Wie hatte sich in dieser Zeit das Personal der leitenden Geistlichkeit in der Eickener Seelsorge verändert?


Die Pfarre St. Maria Rosenkranz verlor im Jahre 1950 mit Hermann Joseph Lambertz ihren Pastor. Sein Nachfolger wurde der aus Waldniel stammende Werner Pfaffenholz.  Im Eickener Rektorat St. Elisabeth trat nach dem Tod des hoch verehrten ersten Rektors Albert Dreesbach 1944 und dem Weggang von dessen Nachfolger Ernst Euskirchen, im Jahre 1948 mit Josef Uedelhoven bereits der dritte Pfarrrektor sein Amt an. Die schlimmsten Auswirkungen der direkten Nachkriegszeit waren überwunden. Somit ging man mit viel Elan und persönlichen  Einsatz an das Projekt Pfarrerhebung von St. Elisabeth.

 


Pfarrer Uedelhoven


Bevor es jedoch zur ersehnten Ernennung kam, waren zahlreiche Verhandlungen mit dem Bistum und den Nachbargemeinden erforderlich. Besonders die Festlegung der neuen Pfarrgrenzen, von denen Neuwerk und Bettrath betroffen waren, bereitete Schwierigkeiten.  Mit einer Urkunde vom Jahresbeginn 1953 ordnete schließlich das Generalvikariat die neuen Grenzen an. In den »Amtlichen M. Gladbacher Mitteilungen« vom 20. März 1953 veröffentlichte der damalige Oberstadtdirektor Dr. Fleuster die nun gültigen Einteilungen. Von großer Wichtigkeit für die Erhebung zur eigenständigen Gemeinde war die Regelung der Vermögensaufteilung mit der Mutterpfarre. Einen klärenden Beschluss fasste der Kirchenvorstand von St. Maria Rosenkranz in seiner Sitzung vom 23. März 1952. Am 20. Februar des Folgejahres war es endlich soweit:  Der Aachener Bischof Johannes Joseph van der Velden stellte die Urkunde zur Pfarrerhebung des Rektorates St. Elisabeth aus. Gleichzeitig ernannte er den bisherigen Rektor Josef Uedelhoven zum ersten Pfarrer.


Die offizielle Feier zur Pfarrerhebung wurde in die Sommerzeit, und zwar auf Sonntag, den 12. Juli 1953, verlegt. Bereits seit Tagen waren die Bewohner im Umkreis des Kirchengebäudes damit beschäftigt, der Würde des Tages entsprechend, für Beflaggung und Häuserschmuck zu sorgen. Am Vorabend zur Feier brachte der Kirchenchor seinem Pfarrer vor dem angestrahlten Kirchturm ein Ständchen.


Mit einem feierlichen Hochamt begingen die Katholiken in Untereicken am darauf folgenden Vormittag um 10.30 Uhr im voll besetzten Gotteshaus das Fest zur Pfarrerhebung. Kurz vor 10:00 Uhr setzte sich der Festzug, zu dem auch Oberbürgermeister Dr. Finger gehörte, auf dem Vorplatz der Kirche in Bewegung. Am verschlossenen Eingang zum Gotteshaus übergab Dechant Pfaffenholz dem neuen Pfarrer von St. Elisabeth den Schlüssel zur Kirchentür.


Die Rheinische Post schrieb in ihrer Ausgabe vom 14. Juli 1953: »Unter den Klängen des Kirchenchores durchschritt die festlich gekleidete Schar die prächtig geschmückte Kirche. «


Im Innern vollzog der Dechant die Installierung des Pfarrers Uedelhoven. Auch zu dieser feierlichen Handlung sei noch einmal die Rheinische Post zitiert:

»Dechant Pfaffenholz überreichte die Tabernakelschlüssel und geleitete ihn zum Beichtstuhl und zum Taufbecken als den wichtigsten Stätten seines priesterlichen Wirkens.«


Nach diesem Akt von hoher Symbolkraft verlas der Pfarrer von St. Maria Rosenkranz die Ernennungsurkunde des Bischofs vom 20. Februar und entließ damit die Untereickener Gemeinde in die Selbständigkeit. Danach zelebrierte Pfarrer Uedelhoven, assistiert von Dechant Pfaffenholz,  das Hochamt. Die Festpredigt hielt Pfarrer Rindermann, der von 1935 bis 1939, also in den Frühzeiten des damaligen Rektorates, Kaplan an St. Elisabeth war. Die kirchlichen Feiern zum Tag der Pfarrerhebung waren damit damit noch nicht abgeschlossen. Eine kirchenmusikalische Feierstunde zog am Nachmittag ebenfalls zahlreiche Besucher in das Gotteshaus an der Hohenzollernstraße. In den Abendstunden beendete eine Dankandacht die Feierlichkeiten dieses erinnerungswürdigen Tages.

 

 
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