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Beiträge zur Eickener Pfarrgeschchte - St. Elisabeth - Nr. 4 - 75 Jahre St. Elisabeth Untereicken


Zur Eickener Pfarrgeschichte

75 Jahre St. Elisabeth Untereicken

von Karl-Heinz Thifessen



Für die Untereickener Gemeinde St. Elisabeth sind die Monate April und Mai 2009 von besonderer Bedeutung.
- Am 29. April begeht die Pfarre den 75. Jahrestag der Kirchweihe (Konsekration).
- Für den Mai ist der Beginn  des ersten Bauabschnittes zur Grabeskirche geplant.

Beide Ereignisse, so unterschiedlich sie auch sind, sollen Anlass sein, in die Geschichte der Pfarre zurückzublicken:

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts erforderte die stark angestiegene Zahl der Katholiken in Eicken neben der Kirche St. Maria Rosenkranz den Bau eines neuen Gotteshauses. Obwohl sich bereits am 11. Mai 1924 ein Kirchbauverein gründete, erfolgte der erste Spatenstich zur neuen Kirche erst am 26. Februar 1933 und die Grundsteinlegung durch den damaligen Kölner Weihbischof Dr. Josef Hammels am 14. Mai 1933. Die Ursachen hierfür waren unterschiedlicher Art. Erhebliche Währungsturbulenzen nach dem ersten Weltkrieg sowie Uneinigkeiten über den Standort ließen die Planungen zunächst scheitern. Somit blieb der Kirchbauverein ohne Bedeutung.

Erst die Ernennung des neuen Pfarrers an St. Maria Rosenkranz, Heinrich Hüpgens im Jahre 1925, brachte wieder Schwung in das Vorhaben. Die rege Sammeltätigkeit des 1928 neu gegründeten Kirchbauvereins sowie ein nicht unerhebliches Erbe der Geschwister Kamper von der Künkelstraße schufen mit 27000 M aus dem Vermögen der Mutterpfarre St. Maria Rosenkranz rasch ein solides finanzielles Fundament. Mitte 1930 erfolgte eine Ausschreibung für einen »Wettbewerb zur Erlangung von Vorentwürfen für den Neubau einer Pfarrkirche mit Pfarrhaus, zwei Kaplaneien und einem Vereinshaus«. Es gewann der Düsseldorfer Architekt Hermann Schagen. Unter seiner Leitung entstand nach der feierlichen Grundsteinlegung im Mai 1933 ein Kirchenbau, dessen moderner Stil nichts gemein hatte mit den neugotischen Gotteshäusern des 19. Jahrhunderts.

Zur Pfarrpatronin erwählte der Kirchbauverein in seiner Sitzung am 15. Oktober 1931 die  hl. Elisabeth von Thüringen, deren Todestag sich 1932 zum 700. Mal jährte.
Die Arbeiten schritten zügig voran. Das Stahlgerüst war Mitte Juni fertig und am 2. September 1933 fand in der eingedeckten Kirche eine Versammlung statt, an der über 500 Personen teilnahmen. Mit Stolz blickten die Untereickener Ende Oktober auf das soeben errichtete Turmkreuz.
Die Weihe der neuen Kirche erlebte Pfarrer Hüpgens nicht mehr, er starb am Dreikönigstag 1934. Sein Nachfolger Pfarrer Hermann Lambertz begrüßte Weihbischof Dr. Sträter am 29. April 1934 zur feierlichen Konsekration, deren 75. Jahrestag wir in diesen Tagen begehen.
Am Hauptaltar aus dunklem Marmor zelebrierte Pfarrer Lambertz unter Assistenz des neuen Pfarr-Rektors von St. Elisabeth, Herrn Albert Dreesbach, feierlich die erste hl.Messe.

Besonderes Augenmerk legte der Kirchbauverein nun auf die Innenausstattung:

Im August 1934 erhielt der Hauptaltar einen Tabernakel. Der Taufbrunnen wurde zu Weihnachten 1935 aufgestellt. Die Kirchenbänke waren im Sommer 1936 vollzählig. Zum Weihnachtsfest desselben Jahres erfreute eine schöne Krippe, die in den Folgejahren erweitert wurde, die Besucher. Den Abschluss der notwendigen Inneneinrichtung von St. Elisabeth bildete zunächst die Weihe der neuen Orgel am 3. April 1938.
In Untereicken entwickelte sich rasch ein reges Gemeindeleben. Hiervon legen zahlreiche Wallfahrten, Vereine und Kongregationen Zeugnis ab. Am 31. August 1934 gründete sich der Kirchenchor St. Cäcilia. Wenige Wochen später gehörten ihm über 40 Sänger an. Großen Anklang erfuhren die Schönstätter Marienschwestern. Sie bereicherten die Gemeinde seit Februar 1941.

Was fehlte, waren Kirchenglocken. Bisher rief die kleine Glocke aus dem ehemaligen Dachreiter von St. Maria Rosenkranz die Gläubigen zum Gottesdienst. Obwohl der zweite Weltkrieg schon begonnen hatte, kamen im Februar 1940 drei neue Glocken (Elisabethglocke, Marienglocke und Albertusglocke) in Untereicken an. Ihr Geläute erklang zum ersten Mal am Karsamstag desselben Jahres.  Schon zwei Jahre später beschlagnahmte die »Reichsstelle für Metalle« die Elisabeth- und Marienglocke. Nur die große Elisabethglocke sollte nach Beendigung des Krieges zurückkehren.

Ein weiterer Schicksalsschlag traf das Gotteshaus, als in den frühen Morgenstunden des 14. Februar 1942 eine schwere Bombe im Pfarrgarten einschlug und ein großes Loch in die Apsis riss. Die Reparaturen dauerten bis zum Weihnachtsfest.

Im Juni 1944 verstarb Pfarr-Rektor Dreesbach. Sein Nachfolger wurde in schwerer Zeit am 13.August 1944 Pfarr-Rektor Ernst Euskirchen. Nach dem Einzug der amerikanische Besatzung, Anfang März 1945, riegelte diese weite Teile von Untereicken ab, u.a. auch die Kirche. Das Kartoffellager der Fa. Saxler diente bis Juli 1945 als Notkirche.

Nach dem Weggang von Rektor Euskirchen trat der in Waldorf in der Eifel geborene Josef Uedelhoven als neuer Pfarr-Rektor im Oktober 1948 sein Amt an.
Nach vielen schwierigen Verhandlungen mit dem Bistum erlangte die Gemeinde St. Elisabeth am 1. April 1953 die Abtrennung von St. Maria Rosenkranz. Mit einem prunkvollen Hochamt begannen die Feierlichkeiten hierzu am 12.Juli 1953. Erster Pfarrer wurde der bisherige Rektor Uedelhoven.
Im gleichen Jahr noch konnte der Grundstein für ein Jugendheim gelegt werden. Zum 25. Jahrestag der Konsekration schmückte die Kirche ein vielbeachtetes, in Eiche geschnitztes, Hochrelief der hl. Elisabeth und die im Krieg verlorengegangene Marienglocke wurde ersetzt. Ein neues Tabernakel folgte 1961. Als wertvolles Geschenk erhielt die Pfarre 1970 ein Triumphkreuz für den Chorraum.

Im Juni 1976 trat Pfarrer Uedelhoven nach 28 Jahren in der Gemeinde St. Elisabeth in den Ruhestand, blieb jedoch als Subsidiar in der Pfarre. Zum Nachfolger ernannte Bischof Hemmerle im September den bisherigen Pfarrvikar Herrn Heinrich Reidt.  In seiner Zeit erhielt die Kirche 1977 eine neue Orgel und 1985 einen Gesamtumbau des Altarbereichs. Der Zelebrationsaltar wurde von der Westapsis in das Langhaus verlegt. Weihbischof August Peters weihte den neuen Altar am 24. November 1985.
Pfarrer Reidt verließ St. Elisabeth 1986 . 

Ihm folgte zum Jahresende 1986 Pfarrer Guido Leisse. In seine Amtszeit fielen mehrere Renovierungsarbeiten an der Kirche. Sehr am Herzen lagen ihm die, bis heute bestehenden, Sammlungen für Alba Julia in Rumänien. Pfarrer Leisse verstarb am 22.08.2001. Der bisherige Vikar von St. Elisabeth und Pfarrer an St. Maria Rosenkranz, Eckhardt Lossen, übernahm bis 2004 dessen Tätigkeit.

Nach seiner Pensionierung folgte im Rahmen der GdG Mönchengladbach-Stadtmitte Pfarrer Wolfgang Bußler. Angesichts der allgemeinen Umstrukturierungen im Bistum Aachen entschied sich der Kirchenvorstand 2006 für die Umwandlung der Pfarrkirche St. Elisabeth in eine Grabeskirche.


 
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