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Beiträge zur Eickener Pfarrgeschchte - St. Elisabeth - Nr. 6 - Schönstattschwestern


Zur Eickener Pfarrgeschichte

Vor 70 Jahren:
»Schönstätter Schwestern
kommen nach Untereicken«

von Karl-Heinz Thifessen



Sonntag den 6. November 1994 ging in der Pfarre St. Elisabeth eine Ära zu Ende, die über fünf Jahrzehnte das Gemeindeleben nachhaltig mitgeprägt hatte und noch heute vielen Gemeindemitgliedern in guter Erinnerung ist.

Sie begann im zweiten Kriegsjahr, also vor genau 70 Jahren. Der damalige Pfarr-Rektor Albert Dreesbach benötigte für seine Arbeit dringend Hilfe, da sein Kaplan bereits seit längerer Zeit zum Militärdienst eingezogen war. Er wandte sich an die Schönstatt-Bewegung in Vallendar bei Koblenz, der er vor seiner Berufung nach St.Elisabeth selbst angehörte. Das Schönstätter Marienbild hing bereits seit 1934 in der gerade erst erbauten Kirche.
Seine Bitte nach Unterstützung fand Gehör, und so kamen am 2. Februar 1941 die ersten beiden Marienschwestern aus Schönstatt nach Untereicken, zahlreiche weitere sollten folgen. Sie gründeten hier eine Niederlassung und bezogen ihre Wohnungen zunächst an der Schwogenstraße, später an der Bergstraße und übernahmen vorerst Arbeiten in Sakristei und  Pfarrbüro.

Was sind Schönstätter Marienschwestern?
Sie gehören noch heute zum größten Säkularinstitut der römisch-katholischen Kirche. Bereits vor dem ersten Weltkrieg gründete Josef Kentenich mit jungen Männern die Schönstatt-Bewegung. Die ersten Frauen wurden 1920 aufgenommen und im Jahr 1926 auf Initiative von Pater Kentenich zu den Schönstätter Marienschwestern.

Säkularschwestern sind keine Ordensfrauen im eigentlichen Sinn. Sie legen zunächst kein lebenslanges Gelübde ab, sondern erneuern jährlich ihr Versprechen im Rahmen einer liturgischen Feier. Marienschwestern leben ehelos und sind dadurch frei für ihre Arbeit innerhalb des Schönstattwerkes. Die meisten Schwestern tragen ein Ordenskleid mit Schleier, gelegentlich aber auch zivile Kleidung. Nach Ablauf der Bindung auf Zeit über zweimal drei Jahre können sich die Schwestern ein halbes Jahr lang prüfen und hiernach ein Versprechen fürs Leben eingehen.

Schoenstaetter_Marienbild

Schönstätter Marienbild


In Eicken waren sie schnell akzeptiert und in den alltäglichen Notsituationen der Kriegswirren gern gesehene Ansprechpartnerinnen. Die Namen Gerlande, Almerita, Theodoris, Gesina, Mechtgundis, Norbertilde, Marigarda und Siegvita stehen stellvertretend für viele andere und gehörten von nun an über ein halbes Jahrhundert zum festen Bestandteil des Rektorates sowie der späteren Pfarre St. Elisabeth. In den 53 Jahren taten insgesamt 36 Schönstattschwestern Dienst in Untereicken. Drei Schönstattschwestern gingen sogar aus Eicken hervor.

Haus- und Geburtstagsbesuche wurden zur Selbstverständlichkeit. Zeitweise waren sechs Schönstattschwestern gleichzeitig in Untereicken tätig. Sie verrichteten Arbeiten in unterschiedlichen Bereichen. In ihren blauen Ordenskleidern gehörten sie bald zum Bild der Gemeinde und pflegten engen Kontakt zur Bevölkerung.  Besonders in den Jahren, da die Lebenskraft von Pfarr-Rektor Albert Dreesbach allmählich von einer schweren Krankheit verzehrt wurde, leisteten sie in schwerer Zeit unermüdlichen Einsatz.

Nach dessen Tod, am 23.Juni 1944, kam bereits zwei Monate später Ernst Euskirchen als Nachfolger des Verstorbenen nach Untereicken. Auch ihm standen die Schönstatt-Schwestern loyal zur Seite und erleichterten dem neuen Pfarr-Rektor die alltägliche Arbeit.   
Neben den Vorbereitungen der Gottesdienste übernahmen die Schwestern in der Nachkriegszeit weitere wichtige Aufgaben, besonders während der Abriegelung großer Bereiche Untereickens, zu der auch die Kirche gehörte, durch die Besatzungstruppen. Später  erteilten sie an der Schule Religionsunterricht, waren tätig in der Mädchenjugend und Frauenseelsorge.

Ab 1954 lag die Leitung der Kindergärten Bökelstraße und später Spielkaulenweg (1969) in den Händen von Schwester Mechtgundis. Ende der fünfziger Jahre übernahmen sie vermehrt soziale Aufgaben, besondere Schwerpunkte waren die häusliche Krankenpflege, die Sterbebegleitung und die Altenarbeit. Der Schönstattkreis in Untereicken (bestand bis 1990) rief alljährlich zur Wallfahrt nach Vallendar auf. Zahlreiche Gemeindemitglieder nahmen daran teil.

Im Verlauf der Jahrzehnte änderten sich die Aufgaben der Schwestern, und ihre Anzahl  ging kontinuierlich zurück. In den letzten Jahren blieben Arbeiten in der Sakristei, sowie als Gemeindereferentin im Pastoraldienst.
Im Herbst 1994 kam das endgültige Aus für die Schönstätter Marienschwestern in Untereicken. Die Provinzleitung im neuen Mutterhaus in Borken, sah sich wegen Mangel an Nachwuchs nicht mehr in der Lage, weiterhin Schwestern zu senden.
Pfarrer Guido Leisse und die Vorsitzende des damaligen Pfarrgemeinderates Margret Mertens luden für den 6. November 1994 zum feierlichen Verabschiedungsgottesdienst für die Schwestern ein.

Schoenstattschwestern_50_Jahre_Jubilaeum

Schönstattschwestern
beim 50 jährigen Jubiläum      


Zahlreiche Gemeindemitglieder nutzten die Gelegenheitund nahmen im Gottesdienst sowie beim anschließenden Beisammensein im Pfarrheim, Abschied von den letzten drei Schwestern. Zum Dank für die geleistete Arbeit in den vergangenen 53 Jahren kam, neben einer Fülle von Erinnerungen, auch Wehmut auf über deren Weggang nach so langer Zeit. Viele Menschen empfanden das Ende der Schönstätter Marienschwestern in Untereicken als eine Verarmung des Gemeindelebens.


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1994:
Schwester Mechtgundis
(ab 1954 Leiterin vom Kindergarten Bökelstraße, ab 1969 auch für die Kindertagesstätte Spielkaulenweg, zuständig für Finanzen)
Quellen: K 299 und K 52
Schwester Norbertilde
(Frauengemeinschaft, Hausbesuche, Geburtsrtagsbesuche Krankenkommunion, Vorbereitung der Gottesdienste, Mitglied PGR)
Schwestern Marigarda, Siegvita, Gesina (Maria Gesina Elsing,
1968-1993 Sakristanin an SE, gest. 16.07.1996)
Letzte Schwestern:
Sr.M.Norbertilde, Sr.M.Siegvieta, Sr. Marigarda

Schwestern ab 1941:
Gerlande, Almerita (Haushaltsführung der Schwestern),
Theodoris (Krankenpflege, Sterbebegleitung Altenstube)
Der Schönstattkreis unternahm regelmäßige Wallfahrten nach Schönstatt. Er löste sich am 29. 09.1990 auf.

Je nachdem, wie die Aufgabe es erfordert, leben die Schwestern allein oder in Gemeinschaft, tragen Zivilkleidung oder ein einheitliches Kleid. Ohne Gelübde, lediglich durch die Bindung an ein hohes Ideal bemühen sich die Mitglieder um ein intensiv religiöses Leben.

Aufgaben: Krankenbesuche, Kindergarten, Sakristei, Pfarrbüro,

Verabschiedung:
Gottesdienst am 06.11.1994 um 10:15 Uhr, anschließend gemütliches Beisammensein im Pfarrheim.
(Einladung von M. Mertens PGR  und Pfarrer Guido Leisse)
Erste Ankündigung: Wochenbrief vom 17.Juli 1994)

K 298 SE

 
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