Beiträge zur Eickener Pfarrgeschichte - St. Maria Rosenkranz - Nr. 8 - Restaurierung 1951
Restaurierung der Kirche
Im Oktober 1950 starb der langjährige Pfarrer von St. Maria Rosenkranz, Hermann Josef Lambertz. Zum Nachfolger ernannte der Bischof von Aachen den aus Köln stammenden Werner Paffenholz. Er war bis dahin Pfarrer in Born und trat am 14.Januar 1951 das neue Amt in Eicken an. Seine erste größere Amtshandlung war die Restaurierung des Kircheninnenraumes. Er konnte auf Planungen seines Vorgängers zurückgreifen, die darauf ausgerichtet waren, Kriegsschäden zu beseitigen und vor allem im Innern des Gotteshauses eine dringend notwendige Sanierung vorzunehmen. Die vorhandene Ausmalung aus dem 19.Jahrhundert sollte einer einladenden, hellen, lichtdurchfluteten Kirche weichen.
Im Bild oben sind die Beschädigungen im Deckenbereich deutlich zu erkennen. Nicht selten rieselte der Putz auf die Köpfe der Gläubigen herab. Bevor die Arbeiten im Juli begannen, stellte Pfarrer Paffenholz in den Gottesdiensten den Besuchern die Pläne zur Ausgestaltung der Kirche vor. Die Zustimmung war überwältigend. Selbst die damalige Vertragsspielerelf von Borussia M.Gladbach trug mit den Einnahmen eines Freundschaftspiels dazu bei, die Gelder für die Arbeiten in der Kirche aufzubringen. Insgesamt benötigte man 23000 DM.
In seiner Sitzung vom 10. Juni 1951 beschloss der Kirchenvorstand folgenden Wortlaut:
»Beseitigung der Kriegsschäden am Gewölbe, an den Fensterrippen sowie am Masswerk der Fenster. Anstrich der gesamten Kirche in hellen Farben bei klarer Herausstellung und Betonung der Architektur der Kirche, Bleiverglasung der 16 oberen Fenster im Hauptschiff der Kirche, Erneuerung von 4 Ornamentfenster im Chor der Kirche.«
Die neue Farbgestaltung oblag dem Leiter der Fachklassen für Glasmalerei, Mosaik und Paramentik an der Krefelder Werkkunstschule, Gustav Fünders.
Im Juli 1951 begannen die Arbeiten. Die Einrüstungen erstreckten sich zunächst über Chorraum und Querschiff. Damit die Gottesdienste weiterhin stattfinden konnten, wurde im Mittelgang, etwa in Höhe der Kanzel, ein Notaltar errichtet.
Während im Kircheninnenraum die Fortschritte ersichtlich wurden, forderten die kriegsbedingten Erschütterungen und negative Witterungseinflüsse am Kirchturm ihren Tribut. Gegen Ende des Monats August lösten sich Gesteinsbrocken und stürzten auf den stark frequentierten Bürgersteig. Eine Sanierung musste auch hier umgehend angegangen werden. Zunächst wurden nur provisorische Arbeiten verrichtet, damit die notwendige Sicherheit der Fußgänger gewährleistet war. In der Chronik vom Dezember 1951 ist nachzulesen, dass um die höchste Galerie zwei Natursteinbrüstungen durch Basalt ersetzt, sowie zwölf gefährdete Kreuzblumen entfernt wurden.
Doch kommen wir zurück in den Innenraum:
Neben der hellen Ausmalung war es das Hauptanliegen, insgesamt mehr Licht in den Kirchenraum zu lassen. Unterhalb der neuen Chorfenster wurde die bemalte Wand aufgebrochen und neue Ornamentfenster vom Gladbacher Glaser Josef Höttges eingesetzt.
Lichtdurchlässigeres Glas erhielten auch die Fenster in den Seitenschiffen wie im Mittelschiff. Die Rheinische Post schrieb dazu im Januar 1952:
»Die Fensterornamente sind unter Verwendung des Spitzbogens und der Raute angelegt, im Wechsel von Grau, Seegrün und Oker«.
Zum Weihnachtsfest 1951 zeigte sich das Innere der Kirche St. Maria Rosenkranz im neuen Glanz. Die alte Ausmalung, welche dem Geist der Gründungsjahre entsprechend mit viel Zierrat versehen war, wurde vollständig durch helle Farben ersetzt. Dem neuen Kunstempfinden gemäß, sowie dem Ernst der Zeitumstände gerecht werdend, gelang es Gustav Fünders, im Gotteshaus eine schlichte, edle Wirkung zu erzielen, in der die architek- tonischen Elemente der Neugotik weiterhin erkennbar blieben. Hinzu kam die Neugestaltung der Fenster in den Apsiden der Seitenschiffe.
Nur ein Jahr später schuf der gleiche Künstler an der Nordseite des Querschiffes das monumentale Glasfenster vom »Weltgericht Gericht nach der Apokalypse des Johannes« sowie in der Herz Jesu Kapelle die Chorfenster.
Somit war der erste Schritt in die neue Zeit getan. Eine weitere, noch umfassendere Umgestaltung der Kirche erfolgte mit der Liturgiereform nach dem zweiten Vatikanischen Konzil.
Die Entwürfe der Ornamentfenster kommen (wahrscheinlich)von Marianne Hilgers, einer Schülerin von Gustav Fünders.
Zur Eickener Pfarrgeschichte
Restaurierung der Kirche
St. Maria Rosenkranz 1951
von Karl-Heinz Thifessen
Im Oktober 1950 starb der langjährige Pfarrer von St. Maria Rosenkranz, Hermann Josef Lambertz. Zum Nachfolger ernannte der Bischof von Aachen den aus Köln stammenden Werner Paffenholz. Er war bis dahin Pfarrer in Born und trat am 14.Januar 1951 das neue Amt in Eicken an. Seine erste größere Amtshandlung war die Restaurierung des Kircheninnenraumes. Er konnte auf Planungen seines Vorgängers zurückgreifen, die darauf ausgerichtet waren, Kriegsschäden zu beseitigen und vor allem im Innern des Gotteshauses eine dringend notwendige Sanierung vorzunehmen. Die vorhandene Ausmalung aus dem 19.Jahrhundert sollte einer einladenden, hellen, lichtdurchfluteten Kirche weichen.

Kirche kurz vor den Sanierungsarbeiten
Im Bild oben sind die Beschädigungen im Deckenbereich deutlich zu erkennen. Nicht selten rieselte der Putz auf die Köpfe der Gläubigen herab. Bevor die Arbeiten im Juli begannen, stellte Pfarrer Paffenholz in den Gottesdiensten den Besuchern die Pläne zur Ausgestaltung der Kirche vor. Die Zustimmung war überwältigend. Selbst die damalige Vertragsspielerelf von Borussia M.Gladbach trug mit den Einnahmen eines Freundschaftspiels dazu bei, die Gelder für die Arbeiten in der Kirche aufzubringen. Insgesamt benötigte man 23000 DM.
In seiner Sitzung vom 10. Juni 1951 beschloss der Kirchenvorstand folgenden Wortlaut:
»Beseitigung der Kriegsschäden am Gewölbe, an den Fensterrippen sowie am Masswerk der Fenster. Anstrich der gesamten Kirche in hellen Farben bei klarer Herausstellung und Betonung der Architektur der Kirche, Bleiverglasung der 16 oberen Fenster im Hauptschiff der Kirche, Erneuerung von 4 Ornamentfenster im Chor der Kirche.«
Die neue Farbgestaltung oblag dem Leiter der Fachklassen für Glasmalerei, Mosaik und Paramentik an der Krefelder Werkkunstschule, Gustav Fünders.
Im Juli 1951 begannen die Arbeiten. Die Einrüstungen erstreckten sich zunächst über Chorraum und Querschiff. Damit die Gottesdienste weiterhin stattfinden konnten, wurde im Mittelgang, etwa in Höhe der Kanzel, ein Notaltar errichtet.
Während im Kircheninnenraum die Fortschritte ersichtlich wurden, forderten die kriegsbedingten Erschütterungen und negative Witterungseinflüsse am Kirchturm ihren Tribut. Gegen Ende des Monats August lösten sich Gesteinsbrocken und stürzten auf den stark frequentierten Bürgersteig. Eine Sanierung musste auch hier umgehend angegangen werden. Zunächst wurden nur provisorische Arbeiten verrichtet, damit die notwendige Sicherheit der Fußgänger gewährleistet war. In der Chronik vom Dezember 1951 ist nachzulesen, dass um die höchste Galerie zwei Natursteinbrüstungen durch Basalt ersetzt, sowie zwölf gefährdete Kreuzblumen entfernt wurden.
Doch kommen wir zurück in den Innenraum:
Neben der hellen Ausmalung war es das Hauptanliegen, insgesamt mehr Licht in den Kirchenraum zu lassen. Unterhalb der neuen Chorfenster wurde die bemalte Wand aufgebrochen und neue Ornamentfenster vom Gladbacher Glaser Josef Höttges eingesetzt.
Lichtdurchlässigeres Glas erhielten auch die Fenster in den Seitenschiffen wie im Mittelschiff. Die Rheinische Post schrieb dazu im Januar 1952:
»Die Fensterornamente sind unter Verwendung des Spitzbogens und der Raute angelegt, im Wechsel von Grau, Seegrün und Oker«.

St. Maria Rosenkranz zum Weihnachtsfest 1951
Zum Weihnachtsfest 1951 zeigte sich das Innere der Kirche St. Maria Rosenkranz im neuen Glanz. Die alte Ausmalung, welche dem Geist der Gründungsjahre entsprechend mit viel Zierrat versehen war, wurde vollständig durch helle Farben ersetzt. Dem neuen Kunstempfinden gemäß, sowie dem Ernst der Zeitumstände gerecht werdend, gelang es Gustav Fünders, im Gotteshaus eine schlichte, edle Wirkung zu erzielen, in der die architek- tonischen Elemente der Neugotik weiterhin erkennbar blieben. Hinzu kam die Neugestaltung der Fenster in den Apsiden der Seitenschiffe.
Nur ein Jahr später schuf der gleiche Künstler an der Nordseite des Querschiffes das monumentale Glasfenster vom »Weltgericht Gericht nach der Apokalypse des Johannes« sowie in der Herz Jesu Kapelle die Chorfenster.
Somit war der erste Schritt in die neue Zeit getan. Eine weitere, noch umfassendere Umgestaltung der Kirche erfolgte mit der Liturgiereform nach dem zweiten Vatikanischen Konzil.
Die Entwürfe der Ornamentfenster kommen (wahrscheinlich)von Marianne Hilgers, einer Schülerin von Gustav Fünders.
- St. Maria Rosenkranz & St. Elisabeth